
Moderation
Die einfachste und am wenigsten invasive Form als Dritter in einem Unternehmen mitzuwirken liegt darin, bestehende oder neu aufgebaute Kommunikationsstrukturen zu begleiten. Das heißt, dass während der Gespräche und Diskussionen seitens des Beraters keine inhaltlichen Zielvorgaben gemacht werden und sich die Prozesse von selbst entwickeln. Die Aufgabe des Beraters besteht darin, Kommunikationsdefizite und/oder -hemmnisse abzubauen, den Umgang der Teilnehmer zu entemotionalisieren und/oder durch sinnvolle Zusammenfassung von Teilergebnissen den Gesprächsteilnehmern eine Plattform zu bieten, um die Probleme oder Lösungen weiterzuentwickeln.
Es versteht sich von selbst, dass der Berater die entsprechenden Kommunikationstechniken, aber auch die inhaltlichen Fragestellungen überblicken sollte.
Der Begriff Moderation leitet sich ab vom lateinischen Verb moderare , d.h. unter anderem mäßigen. Ein Schwerpunkt des Beraters sollte also m.E. in der Mäßigung der Teilnehmer liegen, denn häufig wird ein Moderator dann eingeschaltet, wenn die bestehende Kommunikation im Unternehmen gestört ist.
Ein häufig zu beobachtendes Phänomen ist, dass der Unternehmer oder die entsprechende Führungskraft, die den Moderator bestellt, diesen auf seine Seite ziehen will und dadurch erreichen möchte, dass die übrigen Gesprächsteilnehmer seiner Meinung oder seiner Sicht der Dinge folgen. Das lehne ich ab. Zum Einen wird dadurch der weiteren Kooperation die Grundlage entzogen. Die Teilnehmer merken sehr schnell, ob der Moderator einer vorgefassten Meinung oder Tendenz folgt oder nicht. Zum Zeiten nimmt sich damit der Unternehmer die Chance, ein echtes und damit auch offenes und ehrliches Gespräch zwischen den Teilnehmern herbeizuführen.
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- Ass. jur Frank H. Dürkopf
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